7. Mai 2019

Depression, die Krankheit der Dunkelheit


Depression, die Krankheit der Dunkelheit



in deutsch •  10 days ago
Wahrscheinlich kennt jeder wenigstens einen depressiven Menschen. Ich kenne viele. Manchmal bin ich auch antriebslos, aber eine echte Depression hatte ich noch nie. Wahrscheinlich muss man eine gewisse Neigung dazu haben. Ich bin kein Mediziner, aber ich denke, Depression kommt nicht von innen sondern von Außen und dringt dann nach innen, wo sie die Menschen fertig macht.
Bei den Naturvölkern gibt es diese Krankheit gar nicht und in der großen Weltliteratur kommt dieses Wort auch nicht vor. Dort wird von Niedergeschlagenheit geschrieben oder von tiefer Traurigkeit. Ist die Depression vielleicht sogar eine Erfindung der Neuzeit? Meine Antwort wäre Jein. Da ich selbst Menschen kenne, die darunter Leiden und einige von denen schon über viele Jahre, muss es ja irgend etwas geben, was die Psyche des Menschen krank macht. Freiwillig wird wohl keiner sein Leben in einer geistigen Dunkelkammer verbringen wollen, aber genau das ist es, wie eine Depression sich für den Betroffenen anfühlt.
Das Thema möchte ich heute einmal in einen Gedicht meißeln. Geschrieben habe ich es für eine Freundin und ich habe versucht, es aus ihrer Perspektive zu schreiben.
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Bildquelle: Pixabay

Depression



Es geht der Kopf den eigenen Weg.
und alles scheint im Schattenreich gefangen.
So traurig ist der Mensch geworden.
Das Leben hat der Mut verlassen
und Trübsal liegt im hellsten Sonnenschein.

Oh, Freude, Lachen, Tatendrang,
Begeisterung, wohin seid ihr geflohen.
Es sitzt ein Stein in meiner Brust,
ein dunkler Zwerg der mich erwürgt,
mit einer Kraft von tausend Riesen.

Ich kann nicht sagen, was ES tut,
es fühlt sich an, als sei ich schon gestorben.
Ein Druck geht mir durch meine Schläfen.
Gedanken sind wie dunkle Nebel,
die mich verstecken vor der Welt.

Ein jeder Schritt scheint mir unmöglich
und jede Handlung hemmt sich selbst.
Chemie im Kopf, die Stimmung schwankt.
Die Tagen fließen zäh wie Sirup.

Müdigkeit mich fast erschlägt,
begleitet von der Furcht vor Morgen.
Jeder Tag ein langes Treiben,
durchflutet mit des Lebens Zweifel.

Der kleinste Schritt ist mir zu groß.
Verständnis finden will ich nicht.
Lass mich in Ruhe dunkler Odem! Ich will das Frieden mich durchdringt.
Verlasse meinen Sarkophag,
du Macht der kranken Hirne.

Gefangen hält mein Leben, Angst.
Ich kann nicht sagen welche Angst.
Es ist ein Bann um mich gewickelt,
so dick und keine Schere schneidet ihn.
So liege ich im meterdicken Kummer.

Der Architekt hat mich vergessen, wie es scheint.
So bin ich nun lebendig schon begraben?
Ich gebe dir mein Herz und meine Seele.
Erlöse meine Qual die keinen Namen hat!

Verdammt für alle Zeit, so viele sind gemartert,
in eine tiefe Schlucht gestürzt.

Zu schwer würgt mich der Schlange Kraft.
Ich kann nicht bleiben, werde frei --
Am Ende wünsche ich Erlösung nur, sonst nichts.

Erlöse mich Du schwarzer Edelstein!
Muss ich verderben? So scheint es wohl gewollt.
Ich war ein Mensch mit Haut und Haaren,
mit Herz und liebevoll schien mir die Welt.
Bin nun ein Zombie, leer geweint,
und roter Saft begleitet meine letzte Tat --
© by @seo-boss

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